Die Hasselblad 500EL ist eine motorisierte Mittelformat-Spiegelreflexkamera des V-Systems. Für die Bewertung einer erhaltenen Ausrüstung sind die genaue Gehäusebezeichnung, die vorhandene Stromversorgung und die Zusammenstellung mit Objektiven, Magazinen und Suchern entscheidend.

Technische Eckdaten

Markteinführung1965
KameratypMotorisierte analoge Mittelformat-Spiegelreflexkamera; 6 × 6 cm mit entsprechendem Filmmagazin.
ObjektivWechselobjektive des Hasselblad-V-Systems mit Zentralverschluss im Objektiv.
StromversorgungEin oder zwei wiederaufladbare 6-V-Akkus DEAC 5/500 DKZ in der Originalausführung.

500EL-Betriebsarten richtig einordnen

Die Originalanleitung unterscheidet O, S, SR, A und AS. O steht für den normalen Aufnahmezyklus, S für die Vorabauslösung. In SR bleibt die Kamera nach der Aufnahme für eine weitere vorab ausgelöste Aufnahme bereit. A ermöglicht eine Aufnahmeserie; AS verbindet diese mit der anschließenden Vorabauslösung. Die Stellung erklärt damit, weshalb ein Motorablauf anders enden kann als bei O.

Für den Serienbetrieb A nennt die Anleitung eine Einschränkung bei langen Verschlusszeiten von einer Sekunde bis 1/15 s. Bei der Bestandsaufnahme sollten deshalb Betriebsart, eingestellte Zeit und der beobachtete Ablauf gemeinsam angegeben werden. Objektiv, Magazin und Sucher bleiben getrennt zu erfassende Systemteile; der Gehäuseschriftzug unterscheidet die 500EL von der späteren 500EL/M.

500EL: Kameraakkus und externes Zubehör unterscheiden

Ein einzelner Originalakku kann laut eigener 500EL-Anleitung in einem der beiden Akkuschächte sitzen. Der Akkudeckel muss für den Betrieb geschlossen sein. Die Anleitung nennt außerdem eine träge 1,6-A-Sicherung im Format 5 × 20 mm. Bei einer ungeprüften Kamera sollten diese Teile fotografiert werden; daraus allein folgt noch keine Aussage über den Zustand alter Akkus oder die Betriebssicherheit.

Das Zubehör „Battery case“ ist kein Fünf-AA-Batteriefach der Kamera: Die Anleitung beschreibt darin fünf 1,5-V-Trockenzellen mit der Bezeichnung „monocell VII“, die zum Laden der Kameraakkus dienen. Dabei muss mindestens ein Akku in der Kamera eingesetzt bleiben. Auch „Recharge unit I“ ist als Ladegerät beschrieben, mit ausdrücklicher Warnung vor dem Anschluss bei ausgebauten Kameraakkus. Das gesonderte „Recharge unit II“ verbindet dagegen Zeitsteuerung und stationäre Versorgung. Ein vorhandenes Netzteil oder Batteriekästchen sollte deshalb mit seiner genauen Bezeichnung erfasst werden.

Für Belichtungen über eine Minute beschreibt das Original den T-Hebel bei Objektivstellung B. Die Arretierung hält die Aufnahme ohne Stromverbrauch am Auslösemagneten offen. Zurückstellen auf O schließt den Verschluss und löst Filmtransport sowie erneutes Spannen aus. Diese Haltefunktion macht den übrigen motorisierten Kameraablauf nicht batterieunabhängig.

Quelle: Hasselblad 500EL, eigene Originalanleitung, gedruckte Seiten 7 und 11–13. Die Betriebsart SR dieser Anleitung bleibt von der Bezeichnung RS späterer Modelle getrennt.

Zustand und Stromversorgung dokumentieren

Fotografieren Sie das Akkufach, seine Kontakte, den Deckel und alle vorhandenen Akkus, Adapter oder Ladegeräte. Beschreiben Sie, welche Versorgung bei einer Funktionsprüfung tatsächlich verwendet wurde. Ein vorhandener alter Akku allein belegt keine Betriebsbereitschaft. Nennen Sie, ob der vollständige Aufnahmeablauf geprüft wurde oder bisher nur ein Motorgeräusch feststellbar war.

Zum übrigen System gehören der Zustand des angesetzten Objektivs, seines Verschlusses und der Fokussierung sowie Mattscheibe, Sucher und Magazin. Bekannte Fehler, sichtbare Beschädigungen und vorhandene Wartungsbelege sollten in der Beschreibung stehen. Eine ungeprüfte Funktion bitte ausdrücklich als ungeprüft angeben.

Als Teil einer Hasselblad-Ausrüstung verkaufen

Für die erste Einschätzung einer Sammlung oder eines Nachlasses helfen Übersichtsfotos des gesamten Bestands. Führen Sie Objektive, Wechselmagazine, Sucher, Auslösekabel und Stromversorgungszubehör mit ihren Bezeichnungen auf. So lässt sich erkennen, welche Teile zusammengehören und welche Detailaufnahmen anschließend sinnvoll sind. Wir kaufen vor allem größere Fotoausrüstungen, Sammlungen, Nachlässe und gemischte Bestände an. Einzelstücke werden nicht angekauft. Eine Marke allein bestimmt den Ankaufwert nicht. Anfrage und Einschätzung sind kostenlos und unverbindlich. Alternativ können Sie eine vorhandene Liste des gesamten Bestands senden. Weitere Hinweise finden Sie im Ablauf des Ankaufs.

Quellen zur Modellbestimmung

Hasselblad: Geschichte der 500er-Serie; Originalanleitung Hasselblad 500EL, technische Daten auf Seite 32. Geprüft am 12. Oktober 2026. Das Einführungsjahr bezeichnet die Herstellerhistorie; ein gesonderter deutscher Verkaufsstart ist damit nicht belegt.

Zur Hasselblad-Modellübersicht. Verwandte Modelle: Hasselblad 500EL/M, Hasselblad 500ELX.

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